Vincent van Gogh

Hallo, das war ein Tag! Nein, nicht wegen des Nebels, des feinen Regens, der Tristesse des Herbstes, ganz und gar nicht! Alles passte sogar unglaublich gut zum Thema meiner Unternehmung, einfach genial ideal! 

Ich war nämlich in Holland. Oh, Entschuldigung! Natürlich in den Niederlanden. Immer wieder misslingt mir das. 

Vincent van Gogh, Selfportrait, April – June 1887. Collection Kröller-Müller Museum

Menschen, die ehrfürchtig den Namen Vincent van Gogh nannten und so sicher im Verstehen seiner Werke waren, nötigten mir Bewunderung aber auch Zweifel ab. Denn ich verstand sie eigentlich nicht. Und in der Schule misslang mir die Interpretation eines Bildes mit unschönen Folgen …

Seit einigen Jahren aber wurde mir einiges klar: Man muss, mehr als bei vielen anderen Großen der Malerei, sein ungeheuer vielschichtiges, bewegtes und problematisches Leben und seine Persönlichkeit hinterfragen, um sein Werk zu verstehen. Sein Genius erschließt sich erst dann vollends.

Ich fuhr durch die Landschaften, die auf den vielen Skizzen und Bildern immer wieder auftauchen: Felder, Äcker, Wassergräben, eigenartige Bäume Weiden typisch für die Landschaft der Niederlande.

Es war eigenartig heute: ich konnte die melancholische, bedrückende graue Stimmung genießen. Hier und da flogen Wasservögel auf und malten ihre Silhouette schwarz in den grau-rosa getünchten Himmel. Schwarz reckten die Brücken über den Kanälen ihre Arme in den Himmel. Auf den Wiesen grasten friedlich Pferde und viele Shetland-Ponies, Schafe und Ziegen. Ein friedvolles, harmonisches Bild in der Abendstimmung eines Herbsttages.

Ganz anders als die oft düsteren Bilder, die das tägliche Leben der Landbevölkerung widerspiegeln, die Mühsal, die Knappheit um nicht zu sagen: die Armut.

HR06vGPotatoeaters VGM.jpg Quelle: VGVN

Mit dem Bild „Die Kartoffelesser“, des Bauern auf dem Feld, der das Land bearbeitenden Frauen vor dem geistigen Auge fahre ich weiter. Der nachwirkende Eindruck, den die Gemälde van Goghs, die ich heute gesehen habe, bei mir hinterlassen haben, begleitet mich.

Van Gogh Church DUO2 Nuenen.jpg Quelle: VGVN

Unter der fachkundigen Führung eines Mitglieds der Van-Gogh-Stiftung durchstreife ich Nuenen, wo Vater van Gogh Pfarrer war und Vincent selbst einige Zeit gelebt und gemalt hat. Fasziniert stehe ich überall vor den Motiven seiner Bilder! Da steht tatsächlich die kleine Kirche zwischen den Bäumen, die doch auf seinem Gemälde zu sehen war! Ich tauche ein in die Welt des frühen van Goghs, und so realistisch! Selbst die heutigen Wetterverhältnissen, die Jahreszeit und ihren Farben sind da.

Dann plötzlich erinnere ich mich an unsere traumhaft schöne Reise durch die Provence vor einigen Jahren. In meinem Kopf tauchen die Bilder auf, die van Gogh in Südfrankreich schuf. Wie in seiner frühen Zeit, so malte er auch dort einen Bauern, der auf dem Acker die Saat ausbringt – nur im hellen Licht der Provence, mit zarten Farben und mit Sonne. In seiner Heimat war ein gleiches Motiv düster, dunkel, schwer und bedrückend ausgefallen. Gleiches Motiv, unterschiedliche Zeit, andere Lebensumstände.

Vor unseren Touren in 2015 anlässlich der 125 Jahre Vincent van Gogh werde ich seine Briefe lesen. DIE ZEIT schreibt: „Vincent van Goghs Briefe, vor allem an den Bruder Theo, aber auch an andere Verwandte, und Freunde und Kollegen gerichtet, zählen zu den aufschlussreichsten und meistzitierten Dokumenten zum Verständnis der modernen Kunst.“

Meine Vorfreude wächst. Und sicherlich werde ich anschließend den großen Meister wohl besser verstehen als damals, als ich mit dem einzigen „Mangelhaft“, das ich je in Deutsch erhielt, nach Hause ging …

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