Genüsse in Pamplona

Ernest Hemingway

Ernest Hemingway, ein Stammgast im Café Iruna.

Heute nehme ich Sie mit nach Pamplona, der Hauptstadt Navarras, in der schon Ernest Hemingway sich so sehr zu Hause gefühlt hat.

Die Fiestas de San Fermín, die jährlich vom 6. bis zum 14. Juli stattfinden, sind beendet und langsam ist der Alltag wieder eingekehrt. Jetzt ist Zeit, die berühmten Lokalitäten der Stadt zu besuchen.

Ein besonderer Winkel ist die Plaza del Castillo. Wenn ich über diesen Platz schlendere, besuche ich immer gern das Café Iruña. Seit seiner Gründung im Jahr 1888 macht dieser schöne Ort schon seine Gäste glücklich – und erhellte sie dazu im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Café war das erste Etablissement mit elektrischem Licht in der ganzen Stadt. Noch heute verfallen die Besucher dem Zauber und der Schönheit diese traditionellen Lokals.

Nehmen Sie Platz auf einem der Thonet-Stühle. Die wunderschönen Leuchter, die großen Spiegel und die vielfarbigen Wappen wollen betrachtet werden. Bald werden pinchos (oder: pintxos) gereicht. So heißen diese verführerischen Gaumenkitzler in Navarra. Der in Spanien benutzte Begriff tapas beschreibt, wozu sie früher dienten: zum Abdecken (tapar) des Glases, das der Gast als Aperitif an der Theke stehend zu sich nahm.

Heutzutage gibt es größere und kleinere tapas, oder auch raciones (= Portionen), also etwas größere Gebinde. Abgerechnet wird nach der Anzahl der pinchos, wie die Holzspießchen genannt werden, die nach dem Verzehr auf dem Teller übrig bleiben.

Ernest Hemingway mit Käppi

Einige seiner großartigen Werke: „Fiesta“, „Wem die Stunde schlägt“, „Der alte Mann und das Meer“, „Paris – ein Fest fürs Leben“ und „In einem anderen Land“.

Das große Angebot an leckeren Happen verführt dazu, am Ende mehr zu essen, als man wollte. Olvídalo, es igual“, würde der Spanier sagen. „Vergiss es, es ist egal“. Und recht hat er, denn was zählen die Kalorien, wenn man an dem Ort tapas essen kann, an dem Ernest Hemingway in dem rincón (= Ecke) saß, seinen Drink nahm. Wenn er könnte, würde er sicherlich auch jetzt mit Ihnen ein paar tapas essen. Leider müssen Sie mit seinem bronzenen Abbild vorlieb nehmen.

Der bekannteste ist der Pintxo Gilda, benannt nach dem Melodram Gilda aus den 40er Jahren. Rita Hayworth spielte in diesem Film noir die Titelrolle. Damals kommentierte ein Gast einer Bar im Baskenland den pintxo mit Oliven, Peperoni und Anchovis, er sei wie eben jene Gilda: süß, salzig und pikant. Gilda – ein Name überdauert Generationen.

.

.

Der Pintxo de huevo duro wird mit hart gekochtem Ei und Serranoschinken auf knusprig geröstetem Brot zubereitet.

Rot + Sprossen + WZ

Möchten Sie selbst pintxos zubereiten? Klicken Sie auf das Bild, um zu den Rezepten zu gelangen.

.

Zu den Rezepten ->

Tarta de Santiago (Santiagotorte)

Tarta de Santiago (Santiagotorte) mit dem Cruz de Santiago in Puderzucker. CC BY-SA 3.0